QIGONG
(Qi Gong) sind ursprüngliche aus China stammende Übungsformen, die Selbstheilung, Atemübungen, Meditation und Konzentrationsübungen umfassen. Es gibt stilles und bewegtes Qigong. Qi Gong kann von jedem erlernt werden, unabhängig von körperlicher Konstitution, Alter und Wissen.
Wirkungen
- fördert Gesundheit und Wohlbefinden
- erhöht die Beweglichkeit
- wirkt prophylaktisch und begleitend bei vielen Zivilisationskrankheiten wie Rückenbeschwerden, Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Rheuma und anderen chronischen Krankheiten
- verbessert die Stimmung und fördert innere Kraft und Konzentration
- stärkt das Immunsystem und die Selbstheilungskräfte
Die Bewegungen sind sanft und kraftvoll, fließend und harmonisch.
Die Übungen sind abwechslungsreich und für Bewegungsanfänger und sportlich ambitionierte Menschen (jeden Alters) gleichermaßen geeignet.
Der Begriff "Qi" [tschi] entstammt der chinesischen Medizin und der Philosophie und wird übersetzt mit Atem und Energie. Es beschreibt die vitale Energie des Körpers auf Energieleitbahnen (Meridianen) und auch die Lebensenergie in allen Erscheinungen. Ein wichtiger Aspekt der chinesischen Medizin und des Qi Gong ist es, die Gesundheit zu erhalten und zu stärken und somit Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen. Qigong-Übungen dienen dazu, eine innere Balance herzustellen sowohl körperlich als auch geistig-seelisch. Mit Qi Gong bezeichnet man also Übungen, durch die man lernt, das Qi zu fühlen, es zu vermehren, zu stärken und zu leiten.
Seit mehr als 2500 Jahren ist die chinesische Medizin eine ganzheitliche Wissenschaft. Auch außerhalb Chinas ist Qi Gong heute weltweit in vielen Kliniken und medizinischen Einrichtungen Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin als Therapieform.
Viele ursprüngliche daoistisch und buddhistisch beeinflusste Übungen werden als Mittel der körperlichen, mentalen und spirituellen Praxis genutzt, durch die der Übende große mentale und körperliche Fähigkeiten entwickeln kann. Auch in der Kampfkunst spielt Qi Gong eine wichtige Rolle Energie zu sammeln und mittels der entsprechenden Kampftechnik entladen zu können. Das Verbinden der Muskelkraft mit dem Qi ermöglicht eine enorme Wirkung der angewandten Kampfkunsttechnik und ist jeder rein durch Muskelkraft geführten Aktion weit überlegen.
Die Bezeichnung "Qi Gong" gibt es erst seit den 1950er Jahren. Die unterschiedlichen Stilarten und Übungssysteme sind zum Teil ganz neue Entwicklungen, die jedoch aus Jahrtausende alten Traditionen hervorgegangen sind.
Nei Yang Gong
Dieses umfangreiche Übungssystem wird übersetzt als "Innen Nährendes" Qi Gong und ist eines der wenigen in China offiziell anerkannten medizinisch-therapeutischen Qigong-Systeme. Es beinhaltet stille und bewegte Übungsformen, die in drei unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen (Grund-, Mittel- und Oberstufe) erlernt werden. Als außerordentlich wirkungsvolle Selbstheilungsmethode zeichnen sich die bewegten Übungen durch fließende und kraftvolle weiche Bewegungen aus. Die Wirbelsäule und alle Gelenke des Körpers werden in alle Richtungen gedehnt und gekräftigt. Das Nei Yang Gong umfasst umfangreiche Methoden der Selbstmassage und stille Übungen, die der Entspannung und Ruhe dienen. Verschiedene Atemmethoden sind ein wichtiger Bestandteil des Nei Yang Gong.
Seit der Ming Dynastie im 16. Jh. gibt es schriftliche Aufzeichnungen über das Nei Yang Gong.
Wie in China üblich, wurden das Wissen nur persönlich von Meister bzw. Lehrer an den Schüler weiter gegeben. So erlernte Liu Gui Zhen diese Übungen von mehreren Meistern, zunächst, da er selbst schwer erkrankt war und vollständig geheilt wurde. In den 1950er Jahren überarbeitete Liu Gui Zhen dieses System zu therapeutischen Zwecken in seinem 1957 erschienen Buch "Die Praxis der Qigong-Therapie".
Viele Forschungsarbeiten wurden durch diese Arbeit angeregt und die therapeutische Wirkung auf Krankheitsbilder bestätigt. Die von Liu Gui Zhen 1956 gegründete Klinik in Beidahe, chin. Provinz Henan, wird heute fachlich von seiner Tochter Liu Ya Fei geleitet, die auch in traditioneller chinesischer Medizin ausgebildet ist. Sie ist die aktuelle Traditionshalterin des Nei Yang Gong und ist eine international bekannte Lehrerin und Ausbilderin u.a. in U.S.A., Japan, und vielen europäischen Ländern.


